Die Ingenieurbiologie ist eine Wissenschaft von der Behebung von Landschaftsschäden (in erster Linie Erosionsschutz) mit biologischen Mitteln.

Dabei werden vor allem Pflanzen verwendet, die mit Hilfe der Wurzeln den Boden festigen. Im Wasserbau wird auch die hydraulische Wirkung oberirdischer Pflanzenteile (Verwirbelung des Wassers) zum Schutz vor Erosion ausgenutzt. Weiter sind die Wirkungen von Mikroorganismen auf das Bodengefüge bei ingenieurbiologischen Verbauten von Bedeutung.

Unsere Oberflächengewässer sind vielerorts in einem schlechten ökologischen Zustand und relativ wenig leistungsfähig, was ihre natürlichen Funktionen angeht. Flussbegradigungen, Verrohrung und Kanalisation sind wenig brauchbare Mittel, um unsere Gewässer nachhaltig zu bewirtschaften und zu pflegen. Durch eine ingenieurbiologische Bauweisen können, -auf der Grundlage von landschaftsökologischen Erkenntnissen-, Böschungen, Ufer und Hänge gesichert werden. Dabei kommen lebende Pflanzen und Pflanzenteile zum Einsatz, was zur Folge hat, dass ein für den jeweiligen Standort angepasster und dynamischer Prozess in Gang gesetzt wird. Die Verbindung der lebenden Baustoffe mit den vorhandenen Faktoren, wie Boden und Gestein, leisten den wesentlichen Beitrag zur dauerhaften Sicherung eines Standortes. Diese Sicherung beinhaltet nicht ausschließlich funktionale Aspekte. Durch die Renaturierung von Gewässern kann das örtliche Landschaftsbild erheblich aufgewertet werden.